Es mag Zeiten geben, in denen wir machtlos sind Ungerechtigkeiten vorzubeugen. Aber es darf nie eine Zeit geben, wo wir nicht protestieren.

(Elie Wiesel)

Hilfe für Annakurban Amanklitschew

 

Zwei Stunden benötigte der Richter im August 2006, um über drei Angeklagte, Annakurban Amanklitschew [Annakurban Amanklychev], Sapardurdi Chadschijew [Sapardurdy Khadzhiev] und Ogulsapar Muradowa, ein Urteil zu fällen. Annakurban Amanklitschew und Sapardurdi Chadschijew wurden zu sieben, Ogulsapar Muradowa zu sechs Jahren Haft verurteilt. Alle drei waren in Turkmenistan als Journalisten tätig und alle drei sind oder waren Angehörige einer Stiftung, die die Schicksale von Dissidenten dokumentiert. Sie halfen französischen und britischen Journalisten bei Dreharbeiten. Es handelte sich dabei um Filme über die soziale Situation in Turkmenistan, in Schulen und Krankenhäusern. Angeklagt wurden sie unter anderem wegen Landesverrats. Um sie inhaftieren zu können, wurden sie schließlich wegen illegalen Waffenbesitzes verurteilt. Offensichtlich wurden die Vorwürfe gegen die Journalisten konstruiert. Für Ogulsapar Muradowa kommt jede Hoffnung auf ein Wiederaufrollen des unfairen Verfahrens zu spät. Sie starb im September qualvoll, offenbar an den Folgen schwerer Folter.



Weil die turkmenischen Politiker Forderungen nach einer unabhängigen Untersuchung bis heute ignorieren, setzt Amnesty International auf Unterstützung durch die deutsche Regierung, kritisiert sie aber gleichzeitig dafür, dass das Thema Menschenrechte wegen der geopolitischen und strategischen Interessen der EU in Zentralasien bei den Verhandlungen zu kurz kommen.

Auf dieser Seite möchten wir dokumentieren, wie wir als Bergedorfer Gruppe bislang vorgegangen sind um Annakurban zu helfen.

August 2006 - Juli 2007

Amnesty International setzt sich für Annakurban im Rahmen der Kampagne EinSatz ein. Offiziell endet diese Kampagne im Juli 2007. Wir nehmen an dieser Kampagne von Beginn an teil und tragen den Fall in die bergedorfer Öffentlichkeit und an andere Orte. Zum Beispiel:

10.12.2006: Gottesdienst am Tag der Menschenrechte
1.5.2007: Teilnahme an der DGB-Kundgebung
2.6.2007: EinSatz vor Karstadt

Seit Juli 2007

Natürlich muss die Unterstützung weitergehen, denn Annakurban ist immer noch inhaftiert:

25.8.2007: Wutzrock-Festival
8.11.2007: Amnesty-Gottesdienst in Reinbek
9.12.2007: Weihnachtsmarkt in Reinbek

Linkliste (Dezember 2007)

Trotz einer Vielzahl von Webseiten, die sich mit dem Schicksal von Annakurban Amanklitschew befassen, ist die Informationslage nicht befriedigend. Die Mitteilungen gleichen sich im Informationsgehalt und geben den Stand vom Herbst 2006 wieder. Eine gute Quelle aus dieser Zeit ist folgende:
Amnesty International, November 2006

Zum Herunterladen unsere eigene Zusammenstellung: Annakurban_Amanklitschew.pdf

AI-Informationen von 02/2007:
Annakurban und andere Fälle in Turkmenistan (Dokument EUR 61/004/2007 html / pdf)
Update aus dem Amnesty-Jahrbuch 2008

Folgende Seiten aus dem Jahre 2007 möchten wir noch aufführen, die aber vergleichbare Informationen liefern, politische Stellungnahmen beinhalten oder zur Lage in Turkmenistan allgemein berichten:

EinSatz-Kampagne zu Annakurban Amanklitschew von Amnesty International EinSatz-Kampagne von Amnesty International bis Juli 2007

Meinungs- und Pressefreiheit in den zentralasiatischen Staaten, Amnesty International, 30.1.2007

Wahlen in Turkmenistan: ROG fordert Meinungs- und Pressefreiheit, Reporter ohne Grenzen, 9.2.2007

Turkmenistan: Das Schweigen zu den Menschenrechtsverletzungen durchbrechen, 12.2.2007

Unbequeme Kritiker werden in Turkmenistan aus dem Verkehr gezogen, Deutsche Welle, 24.9.2007

Eine gute Seite um sich über die aktuelle Lage in Turkmenistan zu informieren ist die Webseite der Turkmenistan Helsinki Foundation, einer von Exilturkmenen gegründeten Institution:

Turkmenistan Helsinki Foundation (engl.)

Außerdem:

Amnesty zur Situation und aktuellen Fällen Turkmenistan
Neweurasia Turmenistan
GUS news zu Turkmenistan

Um aktuellere Informationen zu erhalten, haben wir drei Organisationen angeschrieben:
- Koordinationsgruppe "Verfolgte AutorInnen und JournalistInnen" von Amnesty International
- Turkmenistan Helsinki Foundation
- Open Society Institute - Turkmenistan Project

Insbesondere interessieren uns zunächst diese Aspekte:
- die aktuelle Situation von Annakurban Amanklitschew
- Kontaktadressen zu seiner Familie oder Verwandten

2008

14.1.2008
Vom Turkmenistan Project erhalten wir eine Antwort, dass sie keine neuen Informationen zu Annakurban haben.

14.2.2008
Von der Amnesty-Koordinationsgruppe erhalten wir dieselbe Antwort. Unsere Anfrage an die Turkmenistan Helsinki Foundation wiederholen wir.

10.3.2008
Anlässlich seines Besuchs in Turkmenistan baten Reporter ohne Grenzen unseren Wirtschaftsminister Glos in einem Brief darum die Einschränkungen von Presse- und Meinungsfreiheit anzusprechen, wenn er mit Vertretern von Regierung und Wirtschaft zusammentrifft (link). In diesem Brief wird auch Annakurban genannt. Wir fragen nun bei Herrn Glos nach, ob und wie er das Thema Pressefreiheit und Menschenrechte bei seinem Staatsbesuch in Turkmenistan angesprochen hat und welche Reaktionen es gab. Annakurban_Brief_an_Glos.pdf

Die Antwort des Wirtschaftsministers (besser gesagt seines Staatssekretärs) ist nichtssagend: Man habe auch Menschenrechtsfragen angesprochen usw.... Es geht eben nur um Wirtschaft, wie bereits diese Notiz des Bundesministeriums zu erkennen gibt.

4.4.2008
Unterschriften gesammelt auf dem Konzert von Tribe After Tribe

9.4.2008
Wir schreiben einen Brief an den Präsidenten von Turkmenistan, Gurbanguly Berdymuhammedov, mit der Bitte um aktuelle Informationen: Annakurban_Brief_an_Berdymuhammedov.pdf.

Weitere Unterschriftensammlungen:
1.5.2008: DGB-Kundgebung
1.6.2008: Konzert von Tribe after Tribe und WE
4.6.2008: Lesung in der LOLA zu China
7.6.2008: Flohmarkt "Trödel für Meinungsfreiheit"

18.7.2008
Antwort von der Turkmenistan Helsinki Foundation:
Endlich wissen wir Annakurbans Aufenthaltsort. Er ist in einem Gefängnis in Turkmenbashi interniert (ich werde versuchen die genaue Anschrift herauszubekommen). Seine Familie durfte ihm Essen und Kleidung schicken. Mehr ist leider nicht bekannt. Seine Angehörigen stehen unter der Überwachung durch das MNB, dem Ministerium für Nationale Sicherheit (ehemals KGB), und trauen sich nicht Informationen an Verteidiger herauszugeben.

Nebenbei:
Die Stadt Turkmenbashi hieß bis 1993 noch Krasnovodsk. Dann wurde sie von dem damaligen Präsidenten Niyazov (2006 verstorben) in Turkmenbashi umbenannt. So ließ er sich selbst gerne nennen: Turkmenbashi = Führer der Turkmenen. Niyazov betrieb einen extremen Führerkult, der die Totalität des Regimes in Turkmenistan auch heute noch recht gut widerspiegelt. Wer etwas mehr über den Diktator lesen will, findet im Stern oder hier einen interessanten Einblick (skurril, wenn es nicht so traurig wäre).

Ist dieses die aktuelle Gefängnis-Adresse von Annakurban? Immer noch ungeklärt:

Annakurban Amanklychev
745000 MVD Turkmenistana
BL-t/5 Departamenta politsii Balkanskogo velayata
g. Turkmenbashi
Turkmenistan

2.10.2008
Da von der turkmenischen Regierung seit April (leider erwartungsgemäß) keine Antwort gekommen ist, fragen wir bei der Botschaft nach. Hier der Brief

10.3.2009: Start der wöchentlichen Einzelbriefe (Daueraktion)

Nach weiteren Unterschriftenaktionen, die zu keiner Reaktion seitens der turkmenischen Regierung oder der turkmenischen Botschaft geführt haben, möchten wir die Bemühungen intensivieren. Ziel ist es, in den nächsten 6 Monaten (oder länger) jede Wochen einen Brief an die Botschaft zu schicken, in der sie jedesmal aufgefordert wird Stellung zu beziehen.

Hier geht es zur Mitmach-Aktion!

Stand 2010:

Wir müssen leider feststellen, dass sich bislang nichts Erkennbares bewegt hat. Reaktionen von der turkmenischen Regierung oder den Behörden gab es bislang nicht.

Im Moment überlegen wir eine Aktion, welche die turkmenische Botschaft in Deutschland deutlicher und vor allem kontinuierlich in den Fokus der Medien bringt. Wir möchten versuchen diese Aktion mit anderen aktiven Gruppen zu vernetzen.

Vorerst eine Auflistung aktueller Bestandsaufnahmen und Informationen:
- Amnesty-Report 2009 (englisch, deutsch)


Kommen Sie gerne vorbei. Sie sind herzlich Willkommen!
Bereits das vierte Mal sind wir bei der Kundgebung des DGB Bergedorf am 1. Mai dabei.
Auch dieses Jahr präsentieren wir uns wieder auf der Activoli und werben um Mitstreiter.
Wir haben auf dem Konzert Unterschriften für drei Gefangene gesammelt.
Wir sind auf einem Flohmarkt mit einem Stand dabei und machen ordentlich Amnesty-Werbung.
Auch dieses Mal sind wir bei Wutzrock dabei.