Es mag Zeiten geben, in denen wir machtlos sind Ungerechtigkeiten vorzubeugen. Aber es darf nie eine Zeit geben, wo wir nicht protestieren.
(Elie Wiesel)
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| 4.4.2008 Tribe After Tribe - Danke für die Energie!
Menschenrechtsarbeit macht meistens viel Spaß, denn es ist toll gemeinsam für eine gute und wichtige Sache einzutreten und dabei auch kleinere und größere Erfolge zu erleben. Menschenrechtsarbeit hat aber auch Momente, in denen einem neben der Hoffnung und der Wut auch die Frustration und ein Gefühl von Ohnmacht befällt. Zum Beispiel wenn man einem politischen Gefangenen, der gefoltert und seiner Menschenwürde beraubt wird, anscheinend nicht helfen kann, so wie man möchte, oder wenn einem auf der Straße Gleichgültigkeit, bornierte Gartenzwergmentalität und Egoismus begegnet. Und dann gibt es die Momente, wo man ganz unverhofft aufatmen und Energie tanken darf. So ein Moment war heute Nacht...
Wir sind von einer Band zu einem Konzert eingeladen worden, deren Namen ich vorher nicht kannte: Tribe After Tribe. Der Erfolg dieses Abends im hamburger Logo besteht nicht nur in der Sammlung von über 100 Unterschriften für die Freilassung von den drei politischen Gefangenen Shi Tao aus China, Juan Adolfo Fernández Saínz aus Kuba und Annakurban Amanklitschew aus Turkmenistan (siehe hier). Dieser Abend ist durchweg ein Kraftpaket an politisch geprägter, und zugleich spirituell durchdrungener Musik gewesen, die einem das Weitermachen mit Menschenrechtsarbeit geradezu einhaucht. Ein Satz von Robbi Robb, dem Bandgründer, mag die Stoßrichtung ihrer Musik gut beschreiben und gibt zudem einen Eindruck davon, welcher kraftvolle Wind heute Nacht durch das Logo in Hamburg geweht ist (und mich noch einige Tage tragen wird):
"Put down the guns, put down the books, put away the pointing fingers of blame .. come away from the temples and into the fields, and there let us work together to eradicate disease and poverty from the face of the Earth. This is the 'Mother Of All Battles'." (Robbi Robb)
Es lohnt sich, den Hintergrund dieser Band ein wenig zu beschreiben: Tribe After Tribe wurden 1984 in Johannesburg, Südafrika gegründet. Robbi Robb ist gebürtiger weißer Südafrikaner und setzte sich zur Zeit des Apartheitregimes in Südafrika mit seiner damaligen Band Asylum Kids für schwarze Arbeiter ein, indem sie politisch motivierte Musik machten und auch Konzerteinnahmen spendeten. Im Juli 1986 emigrierte Robbi Robb dann aus politischen Gründen in die USA, wo er sein Projekt Tribe After Tribe nach vorn brachte. Die Musik (eine Mischung aus afrikanischer Trommelmusik und Psychedelic Rock) gibt nach meinem Verständnis dem Streben nach Gleichheit, Gerechtigkeit und einem weltweiten Für- und Miteinander ein markantes Gesicht. Ich möchte eine Beschreibung des neuesten Albums M.O.A.B. zitieren:
"Es schlägt den Bogen bis zu Saddam Husseins Ruf nach der Mutter aller Schlachten, der Mother Of All Battles, und spiegelt sich in der US-Antwort wider, dem Ruf nach der Mother Of All Bombs, einer Massive Ordnance Airblast Bomb, zerstörerischer als alle anderen konventionellen Waffen. Die Menschheitsgeschichte: Eine Geschichte von Vertreibung, Völkermord und Verirrung, aber auch eine Geschichte von Hoffnung und Bestimmung. Es geht nicht um Politik auf M.O.A.B., es geht um die Essenz der Mensch-Seins, den kleinsten gemeinsamen Nenner, der alle verbindet. Wo jeder Schuss, egal wer ihn abgibt, zum „friendly fire“ wird, zum Schuss in die eigenen Reihen." (rodeostar)
Ich möchte einmal sehr persönlich (aber auch im Namen von Amnesty International) dreimal Danke sagen, für diesen bewegenden Abend: Ich danke zunächst einmal der Band, also Richard, Dino and Robbi, für die Einladung, und das spürbar offene Interesse an unserer Arbeit. Ich möchte auch dem Konzertveranstalter rodeostar, insbesondere Roya und Thorsten, danken, für ihre ehrliche, engagierte und warme Aufnahme. Nicht zuletzt danken wir dem Publikum, das sich nicht nur vor der Bühne sehr engagiert zeigte, sondern auch mit seinen zahlreichen Unterschriften dafür eingesetzt hat, dass das Leben insbesondere von drei Mitmenschen geschützt wird, die hoffentlich bald in eine menschenwürdigere Zukunft befreit von Folter und staatlicher Willkür blicken dürfen.
Wer sich für die Musik interessiert, kann sich hier einen Eindruck verschaffen. Ich werde mir die Platte "M.O.A.B." auf jeden Fall kaufen. Und sollte jemand meinen, das sei hier Schleichwerbung ... nun, die Band hat es in jeder Hinsicht verdient!
Die Band wird im Mai 2008 wieder in Hamburg sein!
Weitere Infos:
http://www.robbirobb.com/
http://rodeostar.de/redaktion/cms/index.php?id=92
http://www.ragazzi-music.de/tribeaftertribe.html
http://www.ragazzi-music.de/interviews/tribeaftertribe_deu.html
Abschließen möchte ich mit einigen bildhaften Eindrücken von dem Abend:
 | | Schon vor Beginn des Konzerts haben einige ihre Unterschrift für die drei Gefangenen gegeben. Ein guter Auftakt. |
Dann die Ruhe vor dem Sturm: Ein paar Momente mit der Band, die mir auf Anhieb sehr sympathisch ist: Dino Archon, Richard Stuverud (mit Brot) und Robbi Robb | |  |
 | | Der Sturm bricht los... |
Robbi | |  |
 | | Richard |
Dino | |  |
 | | Wir am Ende sehr zufrieden ... naja, und auch ein wenig geschafft ;-) |
Das Publikum: Super drauf und engagiert! | |  |
(Jens Langpaap, Amnesty International, Gruppe 1250, 4.4.2008)
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Kommen Sie gerne vorbei. Sie sind herzlich Willkommen! |
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Bereits das vierte Mal sind wir bei der Kundgebung des DGB Bergedorf am 1. Mai dabei. |
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Auch dieses Jahr präsentieren wir uns wieder auf der Activoli und werben um Mitstreiter. |
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Wir haben auf dem Konzert Unterschriften für drei Gefangene gesammelt. |
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Wir sind auf einem Flohmarkt mit einem Stand dabei und machen ordentlich Amnesty-Werbung. |
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Auch dieses Mal sind wir bei Wutzrock dabei. |
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